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Interview mit Adrienn Bazsó und Panagiotis Iliopoulos am 20.11.2015 in der Staatsoper im Schillertheater

Die Dramaturgen Adrienn Bazsó und Panagiotis Iliopoulos sprechen über ihre szenische Probe in der Staatsoper im Schillertheater am 20.11.2015 mit den drei Schulklassen der Miriam-Makeba Grundschule (Moabit), der Hasengrund-Grundschule (Pankow) und der Evangelischen Grundschule (Neukölln).

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Was haben Sie heute mit den Schülern hier gemacht?

Iliopoulos: Heute waren das erste Mal die drei Schulklassen (70-80 Kinder) auf einer Bühne. Für die Kinder war wichtig, dass sie sich gegenseitig kennenlernen und, dass sie den jeweiligen Stand ihrer Arbeit präsentieren und Einblicke in die Kompositionsarbeit der anderen Schulen bekommen.

Sie sollten das Auftreten und Abtreten bewusst als solches wahrnehmen. Dass ich nicht einfach irgendwie auf die Bühne komme, sondern, dass ich dabei präsent bin und dies schon Teil der Aufführung ist. Das sind wichtige Dinge, die der ganzen Aufführung Gewicht geben.

Bazsó: Wichtig war uns, dass die Kinder merken: Es wird langsam ernst. In zwei Monaten werden sie auf einer ähnlich großen Bühne stehen. Sie sollten heute erfahren wie es ist auf so einer Bühne zu stehen, wie die Aufführungssituation am Ende aussehen wird. Und ich glaube diese Erfahrung wird die Arbeit in den Klassenräumen auch positiv beeinflussen.

 

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Adrienn Bazsó mit SchülerInnen der Evangelischen Grundschule Neukölln

 

Kannten Sie die heutigen vorläufigen Ergebnisse?

Bazsó: Das was heute vorgeführte wurde war für uns neu. Wir haben zwar in allen Schulklassen einmal hospitiert und gesehen wie die Komponisten mit den Schülern arbeiten, kannten aber das heute vorgeführte auch noch nicht.

Wie konnten Sie die einzelnen Stücke in Szene setzen, wenn Sie sie noch nicht kannten?

Bazsó: Als wir hospitierten stellten wir fest, dass mit sehr unterschiedlichen Mitteln und Herangehensweisen komponiert wird. Dann haben wir uns konzeptuell Gedanken gemacht, wie wir die späteren unterschiedlichen Kompositionen zu Einem machen können. Ausgehend vom diesjährigen Thema „Handy + Internet = Miteinander?“ haben wir Kommunikation als übergeordnetes Thema gewählt. Wir wollen die drei Gruppen durch Kommunikation miteinander in Verbindung treten lassen. Das haben wir heute mit ersten Szenischen Übungen angerissen. Natürlich kommt hier auch unsere Ästhetik und unser Humor zum Tragen: am Ende stehen weniger reibungslose, als vielmehr unglückliche, gescheiterte Kommunikationsversuche.

Iliopoulos: Leider haben wir nicht den Luxus mit den Kindern viel ausprobieren und entwickeln zu können, weil es nur drei Probentermine gibt. Deshalb müssen wir viel konzeptuell am Schreibtisch arbeiten. Und das ist immer schwierig, weil man nie weiß, ob etwas am Ende funktioniert oder nicht. Als Wegweiser gilt uns: Jede Schule bekommt dieselbe Aufmerksamkeit. Wir wollen der Aufführung eine übergeordnete Struktur, eine Metaebene geben, damit aber die Unterschiedlichkeit der Kompositionen nicht überdecken. Wir werden auch weiter hospitieren um die Entwicklungen in den einzelnen Klassen nicht aus den Augen zu verlieren.

Das Interview führte Till Dahlmüller.

 

 

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