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»Es wird mich einfach immer geben«. Dossier zu John Cage

»1912: Am 5. September in Los Angeles geboren.« – So beginnt der Lebensweg des amerikanischen Avantgardisten John Cage, wie ihn die NZZ in ihrer kurzen Übersicht beschreibt. Schnell wird deutlich: Cage würde dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern, die Jubiläumsmaschinerie ist angelaufen und das Rascheln im Blätterwald hat begonnen. Er emanzipierte Geräusche, Stille und, wie manche meinen, die Musik. Musikvermittlung mit Klängen der Umgebung – ohne Cage undenkbar! Anlass genug also, eine Übersicht über Artikel, Rezensionen und Kommentare zu seinem Jubeljahr zu liefern.

Die Kommentatoren bringen sich in Feierstellung: Wolfgang Schreiber spricht in der SÜDDEUTSCHEN von Cage als Meister des Loslassens und Überrumpelns. Volker Schmidt betont in der ZEIT Cages Einfluss auf das Kunstverständnis und versucht, dessen Zufall in den Artikel zu integrieren: »Spielen Sie Cage und lassen Sie nun die Münze entscheiden, wo Sie diesen Artikel weiterlesen.« In der FAZ denkt Tomas Bächli über grundsätzliche Fragen nach: »wie aber spielt man Musik, die von Sternenkarten vorgezeichnet wurde?« Der MDR widmet Cage eine eigene Seite, der NDR veranstaltet eine Komponistenwerkstatt und auch die FAZ hält, was die Musik angeht, mit: Tomas Bächli, eben noch mit der Feder in der Hand, greift in die Tasten und spielt eine der Etudes Australes. »Wie Sie hören, hören Sie nichts« – Hans-Joachim Schreiber widmet sich in der WELT der Dialektik von Lärm und Stille. Er spricht vom Schockmoment, den Cage auslöste, vom Zufall in der Musik und schließt fast religiös: »Und genau besehen ist auch das famose Stille-Gebot nichts weniger als ein grandioser Schöpferakt, der in vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden nachholen will, was bei den ersten sieben Schöpfungstagen schlicht vergessen worden ist.« Die ehrwürdige NZZ konzentriert sich auf das Hinterfragen der Tradition, erklärt den Avantgardismus des Komponisten und blickt auf das Skandalöse an seinem Werk. Kramt man dann in der Zeitungskiste, findet man im SPIEGEL einen Konzertbericht von 1963: ein Livekonzert mit Cage scheint ein Erlebnis gewesen zu sein!

Passend zum Jubiläum wird musiziert und publiziert: Heiner Goebbels widmet sich im Rahmen der Ruhrtriennale den Europeras Nr. 1 und 2. Christine Lemke-Matwey berichtet in der ZEIT, Anke Dürr schreibt im SPIEGEL, Corinne Holtz in der NZZ und im CICERO spricht der legendäre Theatermacher Goebbels selbst. Ulrich Stock redet derweil in der ZEIT von neuen Schriften und erzählt von weiteren Aktivitäten in diesem Jahr: »Die Mathildenhöhe in Darmstadt zeigt eine Großausstellung, Konzerte gibt es in Berlin, Leipzig und München; Halberstadt in Sachsen-Anhalt widmet ihm zum 5. September ein Festival.« Halberstadt? Da war doch was – nämlich das wohl längste Stück der Musikgeschichte: Organ2/ASLSP – »As SLow aS Possible«. Bis ungefähr 2640 hat der Besucher noch Zeit. Dann ist die Frage beantwortet, wie langsam so langsam wie möglich eigentlich ist.

Der Tod macht erst Legenden, das wusste schon Egon Friedell: »Sobald ein Mensch gestorben ist, ist er der sinnlichen Anschauung ein für allemal entrückt; nur der tote Abdruck seiner allgemeinen Umrisse bleibt zurück. Und sofort beginnt jener Prozess der Inkrustation, der Fossilierung und Petrifizierung, selbst im Bewusstsein derer, die noch mit ihm lebten. Er versteinert. Er wird legendär«. Werner Bärtschi erinnert sich in der NZZ mit Empathie und Bewunderung an seine Begegnungen mit John Cage, im Nachruf des SPIEGEL aus dem Jahr 1992 heißt es knapp: »Neben diesem anarchischen Avantgardisten verblasste die übrige Zunft immer als postmodern.« Anlässlich seines 15. Todestages lobhudelt Jannika Bock in der ZEIT. Doch am meisten hat wohl Cage am eigenen Mythos mitgewerkelt. Den passendsten Spruch für seinen Nachruf hat er gleich selbst verfasst: »Nehmen wir an, ich sterbe. Dennoch werde ich als Lebensraum für kleinere Tiere fortleben. Es wird mich einfach immer geben.« Am 5. September wäre John Cage 100 Jahre alt geworden.

 - Kai H. Müller

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Vielfalt statt Einfalt – Musikvermittlungsangebote von Orchestern, Chören und Ensembles

von Stephanie Heilmann und Katharina von Radowitz

Angebote der Musikvermittlung sind aus dem Orchesteralltag nicht mehr wegzudenken. Dabei geht es keineswegs nur um Kinder und Jugendliche – neue Hörangebote und Konzertformate sprechen ein altersübergreifendes Publikum an und schaffen es immer öfter, auch neue Zielgruppen an die (klassische) Musik heranzuführen. Dabei betreten beide Seiten Neuland. Der Konzertbetrieb öffnet seine Türen, er bewegt sich aber auch über die eigene Schwelle hinweg zu seinen Hörern. Und auch die Menschen verändern sich und ihre Gewohnheiten, wenn sie erst ihre Ohren und Herzen öffnen. Grund genug, diese „Win-win-Situationen“ zum Prinzip zu erklären. Die meisten Orchester halten inzwischen ein relativ festes Portfolio für junges Publikum bereit, das im „Normalbetrieb“ realisierbar ist, zugleich aber die Routine durchbricht und neue Facetten eröffnet. Die Musiker eines Orchesters (Ensembles) tragen diese Aktivitäten mit und übernehmen wesentliche Aufgaben darin. Weiterlesen

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Gesellschaftliche Verantwortung bei ERGO

Seit knapp einem Jahr ist ERGO mit ihrer Corporate Responsibility-Abteilung aktiv. Grund genug, sich näher mit der vielseitigen Förderpolitik des Versicherungskonzerns zu beschäftigen. Barbara Sybertz, Referentin der Abteilung, traf sich mit Kai H. Müller im Düsseldorfer ERGO Tower und stand Rede und Antwort.

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Jung für Jung – der TONALi Grand Prix 2012

Am kommenden Montag geht der Hamburger TONALi Grand Prix in die zweite Runde. Amadeus Templeton, einer der Erfinder des Wettbewerbs, sprach mit Kai Müller über die Hintergründe des außergewöhnlichen Preises für junge Komponisten und Instrumentalsolisten.

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Business, Beats und Beethoven

Als Schülermanager beim Jungen Beethovenfest 2012

Von Elisa Miebach

Marketingkonzepte entwerfen, Sponsoren kontaktieren, Pressemitteilungen schreiben, mit dem Management des Konzertkünstlers telefonieren – all dies gehört für uns, die zehn Schülermanager beim Jungen Beethovenfest Bonn, seit Februar zum Alltag. Ein Konzert zu organisieren, ist ganz schön viel Arbeit, doch trotzdem bereut es keiner von uns, nachmittags die Schulbank gegen den Bürosessel einzutauschen. Weiterlesen

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